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Axghouse beim ICANN-Webinar: Bekämpfung von DNS-Abuse und die Rolle von Trusted Notifiers

Digitale Piraterie, Phishing und Markenimitationen haben sich von isolierten Vorfällen zu hochorganisierten, langfristigen technischen Operationen entwickelt. Die Tools, die Rechteinhabern und Cybersicherheitsexperten zur Verfügung stehen, um diese Bedrohungen auf DNS-Ebene einzudämmen, bleiben jedoch veraltet und langsam.

Bei einem kürzlich von den ICANN Policy Foren APRALO und EURALO veranstalteten gemeinsamen Webinar – „Understanding the Role of Trusted Notifiers in DNS Abuse Mitigation“ – sprach Oleksandr Honcharenko, Experte für digitale Rechtsdurchsetzung bei Axghouse, vor der weltweiten Internet-Governance-Community, um die dringendsten Probleme der Branche aufzuzeigen und praxisnahe Lösungen vorzuschlagen. Erfahren Sie mehr über die Veranstaltung im offiziellen ICANN Engagement Calendar.

Die Hauptschwierigkeit: Fehlendes schnelles Feedback von Registraren

Während der Präsentation teilnte Axghouse die praktische Realität des Marktes: 99 % der Arbeit zur Durchsetzung digitaler Rechte umgeht die Domain-Registrare derzeit vollständig. Warum? Weil die Meldung von IP-Verletzungen oder DNS-Missbrauch (DNS Abuse) an Registrare extrem langsam ist und in dieser Kette ein dedizierter, optimierter Status als vertrauenswürdiger Melder („Trusted Path“) fehlt. Wenn eine schädliche Domain aktiv eine Marke schädigt oder urheberrechtlich geschütztes Material stiehlt, können es sich Rechteinhaber nicht leisten, Tage oder Wochen auf eine manuelle Überprüfung zu warten. Daher sind die Durchsetzungsteams gezwungen, sich fast ausschließlich auf Hosting-Anbieter zu konzentrieren, um eine schnelle taktische Entfernung von Inhalten zu erreichen.

Dieser taktische Ansatz birgt jedoch ein ernstes strukturelles Risiko. Ohne einen schnellen und zuverlässigen Mechanismus für die direkte Interaktion mit Domain-Registraren können „schlechte Domains“ – Websites, die speziell für Gesetzesverstöße erstellt wurden – jahrelang aktiv bleiben. Selbst nach Erhalt Tausender automatisierter Beschwerden migrieren diese Plattformen einfach von einem Hosting-Anbieter zum anderen, während sie auf DNS-Ebene vollständig erreichbar bleiben.

Die Hauptthese: Wir brauchen ein einheitliches Tool für Domain-Sperren

Die zentrale Botschaft von Axghouse an das ICANN-Publikum war klar: Die Branche benötigt eine spezialisierte, automatisierte Infrastruktur für den Umgang mit böswilligen Domains, die Missbrauchsmeldungen absichtlich ignorieren.

Sich auf Bots zu verlassen, die Verstöße „erraten“ oder Systeme mit unverified, automatisierten Spam-Beschwerden überschwemmen, schadet dem Ökosystem. Stattdessen basiert die Zukunft der Internetsicherheit auf dem Konzept der Trusted Notifiers und Flaggers (wie Axghouse, ein offizieller EU DSA Trusted Flagger), die saubere, von Experten und Menschen verifizierte Daten direkt an Registrare übermitteln.

Doch der Datenaustausch ist nur der erste Schritt. Dem Markt fehlt es an spezialisierten Tools, die speziell für die Verwaltung, Verfolgung und Bekämpfung von nicht kooperativen Domains mit hohem Volumen entwickelt wurden. Axghouse betonte die dringende Notwendigkeit, dedizierte Schnittstellen zu entwickeln, bei denen verifizierte Beschwerden sofortige systemische Einschränkungen für Domains auslösen können, die sich als langfristige, systematische Wiederholungstäter erwiesen haben.

Fragerunde (Q&A)

Nach der Präsentation erkundigten sich die Webinar-Teilnehmer nach der Removee-Plattform, insbesondere wie die interne Community strukturiert ist und wie normale Endnutzer beitreten können.

Oleksandr Honcharenko erklärte, dass der Fokus des Projekts derzeit auf der Entfernung von Urheberrechtsverletzungen und Identitätsdiebstahl (Impersonation) liegt. Er bestätigte, dass das Update mit einer kostenlosen Community für diese Themen innerhalb des nächsten Monats veröffentlicht wird.

Blick in die Zukunft: Eine neue Ära verifizierter Maßnahmen

Axghouse zeigt diese strukturellen Mängel nicht nur auf – wir bauen aktiv an der Lösung. Die Prinzipien, die wir im ICANN-Webinar vorgestellt haben (Abkehr von unverifizierten Bots, Nutzung strukturierter Expertendaten und Aufbau direkter vertrauenswürdiger Meldewege), werden bereits institutionalisiert.

Wir legen derzeit den letzten Schliff an unsere kommende Ökosystem-Plattform Removee. Removee wurde als professionelle Umgebung für verifiziertes Missbrauchsmanagement und schnelle Reaktionen konzipiert und verkörpert genau die „Trusted Notifier“-Logik, die die Branche dringend benötigt. Jenseits unseres offiziellen Starts im nächsten Monat bereiten wir uns darauf vor, diese fortschrittlichen Tools direkt in die Hände von Rechteinhabern und Inhaltserstellern weltweit zu legen.